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Dum spiro, spero.
03.09.2010
Ein Gastbeitrag von Holger M.

Wie „esszett“ einmal unseren Spieler mit der Nummer 18 abtropfen ließ…

Wir schrieben den 01. September 2010, es war ein klarer, wolkenloser Abend und im Eintracht-Museum zu Frankfurt am Main versammelten sich gut gelaunte und erwartungsfrohe Menschen zu einer Veranstaltung. Es ging um die Vorstellung des neuen Buches „Adler auf der Brust“ von Doc Hermann und Jörg Heinisch. In dem Buch werden 100 verdiente und erfolgreiche Spieler der inzwischen 111jährigen Eintracht-Geschichte vorgestellt.

Als Delegation von Blog G waren Ursula, ß (aka Meier-Groupie) und meine Wenigkeit anwesend. Unser Standort war wie immer strategisch günstig gewählt: Stehplatz schräg hinter den Stühlen im Zuschauerraum. Das bedeutete einen guten Blick auf Bühne und Leinwand, direkte Nähe zum Eingang und barrierefreier Zugang zur Theke.
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Eintracht Frankfurt

Die Weisheit des Alters

Ioannis Amanatidis ist ein junger Mann. 28 Lenze zählt er und ist somit in dem, was man ganz gerne das beste Fußballeralter nennt. Unabhängig vom Alter ist aber der ehemalige Kapitän der Eintracht vor allem eines: ein Fußballer. Und so mag man es Ioannis Amanatidis verzeihen, wenn er in Hinblick auf den griechischen Fußball vielleicht etwas unbedacht von Korruption spricht, davon, dass “eine Bombe” hochgehen würde, würde er nur alles ausplaudern, was er wisse.

Macht er aber selbstverständlich nicht. Er deutet nur an und zieht persönliche Konsequenzen. Mit 28 Jahren tritt Amanatidis aus der Nationalmannschaft zurück. Um, natürlich, alles für seinen Verein, für Eintracht Frankfurt zu geben. Das hat Ioannis Amanatidis eigentlich schon immer getan - solange er bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stand. Und deshalb ist man geneigt, ihm das auch zu glauben. Mit Ioannis Amanatidis in ihren Reihen ist Eintracht Frankfurt ein kleines Stück weniger graue Maus. Auch und gerade jetzt, wo noch nicht endgültig feststeht, ob der Grieche überhaupt nochmal einmal eine ganze Saison wird spielen können, tut sowas mal ganz gut.
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Eintracht Frankfurt

Abgang

Ioannis Amanatidis. Foto: Stefan KriegerChristoph Spycher, verletzter Kapitän von Eintracht Frankfurt, wird also kein Spiel mehr für die Hessen machen. Die Entscheidung fiel nicht wirklich überraschend — wie schwer sie für die Eintracht wiegt, wird die Zukunft zeigen. Auf der Position des linken Außenverteidigers besteht jedenfalls vorläufig zu aller erst dringender Handlungsbedarf. Der eine Kapitän verlässt das Schiff, der andere, für viele Fans der wahre Chef, schickt sich an, langsam wieder zurückzukehren. Sehr langsam. Denn sein Comeback leitet Ioannis Amanatidis mit dem Verzicht auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft ein. Ursprünglich sollte Amanatidis am kommenden Samstag gegen Sinsheim wieder im Kader sein, vielleicht ein paar Minuten Bundesligaluft schnuppern. Ob es so weit kommt steht allerdings noch immer nicht fest.
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Eintracht Frankfurt

El Capitano

Ein aufschlussreiches Gespräch mit dem rekonvaleszenten Kapitän von Eintracht Frankfurt in der FAZ:

“Aber wer ist denn dann dafür verantwortlich, wie die Eintracht auftritt?
Jeder, der auf dem Platz steht. Unsere Spieler haben ihre Qualitäten vielleicht eher im kämpferischen Bereich. Das ist die Marschroute des Vereins, solche Spieler werden verpflichtet. Und jeder von ihnen spielt an seinem Limit oder versucht es zumindest. Da braucht man von niemandem zu erwarten, dass er plötzlich anfängt, attraktiv zu spielen. Das geht nicht. Dies muss man akzeptieren – oder eben lauter Zauberer holen.”

Sieht so aus als wäre auch Ioannis Amanatidis der Meinung, mit diesem Kader ginge nicht viel mehr.

Eintracht Frankfurt

Was am Samstag droht

Amanatidis? Wie? Wieso Amanatidis? Der, der eigentlich nur dann wirklich Leistung bringt, wenn er topfit ist? Und der soll’s am Samstag richten? Spielerisch oder durch seine Präsenz? Die nächste Verzweiflungstat, nach der Einwechslung von Juvhel Tsoumou am vergangenen Samstag? Und all dies, obwohl man “Wunderdinge von Amanatidis nicht erwarten darf“, wie der Fußballlehrer mahnt?

Doch es droht nicht nur Amanatidis.
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Eintracht Frankfurt

Ama, wtf?

Ächem.

Aber Luca Toni spielt bei Bayern München, ihm werden die Bälle perfekt serviert, und die schießt dann auch meine Oma rein.

Quelle: Interview FR.

Guckst Du hier: Minute 00:39 und Minute 03:15. [Edit: Video von Amas vergebenen Torchancen gegen die Bayern wurde inzwischen gelöscht. Schade.]

Hat die Oma schon einen Vertrag? Wenn nicht: Herr Bruchhagen, schicken Sie den Holz da runter. Oma scouten.

Eintracht Frankfurt

Armut gegen Elend

Vielleicht war es wegen seiner Verbundenheit zu Rudi Bommer, dem alten Zimmerkollegen aus Uerdinger Zeiten, das Friedhelm Funkel gestern den fälligen zweiten Stürmer nach ca. 60 Minuten nicht brachte. Zuvor hatte Mehdi Mahdavikia die gefühlte zehnte Ecke auf den kurzen Fünfer direkt einem Duisburger Abwehrspieler an den Kopf geschossen. Alle, die das Spiel sahen, bettelten förmlich darum den Iraner endlich zu erlösen. Vier Minuten später kam dann tatsächlich Weißenberger(!), allerdings für den stark abbauenden Toski, nicht für den glücklosen Mahdavikia. Der wurde erst fünf Minuten vor Ende dieser erschreckend schwachen Bundesligapartie durch den keinesfalls als offensiv verdächtigen Inamoto ersetzt.

Dann kam der Abpfiff, Eintracht Frankfurt hatte dieses Spiel mit Ach und Krach gegen einen nicht erstligareifen Gegner mit 0:1 gewonnen, und alle lagen sich in den Armen.
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Eintracht Frankfurt

Herr Jakob weiß was, Herr Bruchhagen auch

Noch am Tag, an dem BILD über den Vorfall an der Hauptwache berichtet, “meldet” sich der “erste Augenzeuge”. Berichtet BILD. Natürlich.

Halten wir also kurz inne und fest

Walter Jakob, Angestellter bei der Dresdner Bank, stand hinter Amanatidis im Stau.

Sagt Bild. Oder Herr Jakob. So genau weiß man das nicht, denn, wie BILD Herrn Jakob zitiert:

Ein silbergrauer Van blockierte die Fahrbahn. Ein Mann mit langen Haaren (Amanatidis, d. Red.) im Trenchcoat stieg daraufhin aus. Was er gesagt hat, habe ich nicht verstanden. Er schien ruhig zu reden und ging danach zurück zu seinem Wagen.

Herr Jakob scheint Herrn Amanatidis nicht erkannt zu haben. “d. Red.” hat Herrn Amanatidis erkannt. Oder sie vermutet, dass der Mann mit den langen Haaren Herr Amanatidis war. Anschließend kam es wohl zu einer verbalen Auseinandersetzung, wie der “erste Augenzeuge”, Herr Jakob, lt. BILD berichtet. Und dann wird es dramatisch

Dann bin ich ins Parkhaus gefahren. Als ich fünf Minuten später wieder runter kam, standen die immer noch da. Dann bin ich mit meiner Frau einkaufen. Und als wir eine Viertelstunde später wieder zurückkamen, standen sie immer noch beieinander. Mittlerweile waren auch Polizisten da.

Fazit: Herr Jakob war der “erste Augenzeuge”. Nicht irgendjemand, den die Polizei noch am Ort des Geschehens befragt hat, sondern Herr Jakob. Der “Augenzeuge” hat eigentlich mehr gehört als gesehen, wenn man dem Bericht glauben darf, aber das macht ja nichts. Dann ist Herr Jakob mit seiner Frau “einkaufen” (gegangen? geflogen? getänzelt? Man weiß es nicht!). Nach 15 Minuten war dieser Einkauf, zu dem Herr Jakob in die Stadt fuhr um im Parkhaus Hauptwache den Wagen abzustellen, wieder beendet.

Respekt, Herr Jakob. 15 Minuten für einen Einkauf, und das mit Gattin im Vorweihnachtstrubel. Und dann ratzfatz zur BILD. Solche Leute braucht die “Dresdner Bank”, die sicher nur auf Grund einer sorgsamen journalistischen Recherche im Artikel erwähnt wird.
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Eintracht Frankfurt

Zurück zum Tagesgeschäft

Nicht wenige hatten vorhergesagt das sich irgend einer der Eintracht-Nationalspieler im Laufe dieser Woche krank von seinem internationalen Einsatz zurück melden würde. Gestern war es dann soweit: Amanatidis hat Rippe.

Die Selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Vorhersage, die sich erfüllt, nur weil sie von einem sozialen Akteur geäußert und von anderen aufgenommen worden ist. Sie also eine besondere Ursache der Folgen, von denen sie spricht.

Quelle: Wikipedia

Man mag zu Recht bezweifeln, dass sich der Kapitän von Eintracht Frankfurt deshalb verletzt hat, weil es vom Umfeld (aka “der soziale Akteur”) so befürchtet wurde. Mit dem selben Recht kann man in Frage stellen, ob bei einer Rippenprellung die von griechischen Ärzten verordnete viertägige Trainingspause ausreicht, eine solche Verletzung zu kurieren. Diese Pause ergibt sich sowieso von selbst, weil man mit einer Rippenprellung alles andere im Sinn hat, als Sport zu treiben. An eine Teilnahme an einem Bundesligaspiel nur eine Woche später ist somit erst gar nicht zu denken.
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Eintracht Frankfurt

Sturmlos

Sauber. Musste ja so kommen. Muskelfaserriss beim Kapitän. Wie bei Herrn Ochs im “Gesäßbereich”.

Hm.
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